Ich und Du Partnervermittlung
 

Auf dieser Seite möchte ich Ihnen Romane und Sachbücher vorstellen, von denen ich hoffe, dass Sie sich dafür interessieren. Die aktuellen Vorschläge finden Sie jeweils am Anfang.

Viel Vergnügen - denn Sie wissen ja:

Die Lust an der Literatur ist auch die Lust am Leben (Elke Heidenreich).


als meine frau einen mann fand

Sibylle Berg
Der Tag, ls meine Frau einen Mann fand
dtv
254 Seiten
Euro 9,90

Ein Mann und eine Frau, lange verheiratet. Vertraut im Umgang miteinander. Beide wissen, was sie aneinander haben. Die Ausgangskonstellation in Sibylle Bergs neuem Roman „Der Tag, als meine Frau einen Mann fand“, klingt undramatisch, die Geschichte, konsequent aus der wechselnden Perspektive der beiden Protagonisten Chloe und Rasmus erzählt, entfaltet zunächst eine leicht tragische Komik, die aus der radikalen Ehrlichkeit der beiden Protagonisten mit sich selbst resultiert. Und dann stehen da schon ganz zu Anfang die beiden Sätze, von Chloe gedacht, die die Spannungspole des Buches ausmachen: „Liebe ist möglich, wenn man sie von Raserei und Leiden trennt“ und, drei Zeilen später: „Ich wünsche mir etwas, das ich nicht schon hundertmal erlebt habe.“ Die abgeklärt-resignative Haltung „realistischer“ Beziehungspflege, der sich auch Rasmus verpflichtet fühlt („Ich habe mich … gegen den Sex entschieden und für die Liebe“) , die infrage gestellt wird von einer Leerstelle, von einem Mangelgefühl, das sich damit nicht zufrieden geben will. Und dann macht Chloe eine außergewöhnliche Erfahrung sexueller Leidenschaft, und Rasmus hält das aus, beharrt auf seiner Liebe - oder doch nur auf seinem vertrauten Leben? Sibylle Berg lässt ihre Figuren ein intensives, dramatisches Beziehungsexperiment durchleben und durchleiden auf der Suche nach der Liebe, dem individuellen Glück und dem Verhältnis von beidem. Aber das letzte Wort hat Benny, Chloes Liebhaber ...
Was für ein Buch!
„Das beste … seit der Bibel“, sagt Jan Böhmermann.
Unbedingt lesen!, sagt Ulrike Grave.

ich und du - warum?

Josef Aldenhoff
Ich und Du - warum?
Verlag C. Bertelsmann
333 Seiten
Euro 19,99

Der Psychiater und Psychotherapeut Aldenhoff erläutert in dieser Gebrauchsanleitung für die Liebe, was Beziehungen schwierig macht und wie sie gelingen können. Er durchwandert den Beziehungsalltag („Beziehungskrankheiten“), er erklärt, warum in der Pubertät das Gefühlschaos ausbricht („Chance Pubertät“), warum Sie sich das Zusammenziehen unter einem Dach in einer Liebesbeziehung genau überlegen sollten („Selbstverantwortung bis zur Erschöpfung“), wie Hormone nackte Gier in Romantik verwandeln („Keine Liebe widersteht einem Unbekannten, der eine Bar betritt“) und dass die Sache mit der Treue nicht so einfach ist („Ehrlichkeit, Treue und die schnöde Realität“). Aber: der evolutionäre Überlebensvorteil ist zu überwältigend, und die Schmetterlinge im Bauch sind gegen alle Vernunft unwiderstehlich. Deshalb ermutigt uns der Autor auf wirklich unterhaltsame und auch provokante Art, das schwierige Unterfangen „Liebe“ anzugehen. Denn wir bekommen etwas Unvergleichliches zurück: die Erfahrung, lebendig zu sein.

das innere kind in der paarbeziehung

Peter Bartning
Das Innere Kind in der Paarbeziehung
Verlag Herder
175 Seiten
Euro 19,99

Das von dem Amerikaner John Bradshaw entwickelte Konzept des „Innen Kindes“ verwenden manche Therapierichtungen, um unbewusste Vorgänge zu personifizieren, vorstellbar und therapeutisch handhabbar zu machen. Wie in der Psychoanalyse wird davon ausgegangen, dass unser Handeln im Wesentlichen von unbewussten Antrieben gesteuert wird und dass diese Antriebe häufig von frühkindlichen Erfahrungen geprägt sind. Das Konzept des „Inneren Kindes“, das auch Peter Bartning in seinem Buch anwendet, geht nun davon aus, dass das Kind, das diese ursprünglichen Erfahrungen gemacht hat, in uns weiterlebt und weiterwirkt, ohne dass wir uns dessen bewusst sind.
In seinem Buch „Das Innere Kind in der Paarbeziehung“ beschreibt der Lübecker Paar- und Familientherapeut Peter Bartning, wie das „Innere Kind“ mit all seinen Emotionen, mit (Verlust-) Ängsten und (Liebes-)Sehnsüchten, mit Scham und Trotz auch in die Paarbeziehung hineinwirkt. Mit einer leicht verständlichen, anschaulichen Sprache und vielen praktischen Beispielen geht er auf die verschiedenen Phasen der Paarbeziehung, auf Konfliktsituationen, Sexualität und Trennung ein. Aber der Autor will nicht nur informieren, er spricht den Leser auch direkt an, lädt ihn ein, sein eigenes Verhalten zu überprüfen und gegebenenfalls zu verändern.
Vor allem für Leser mit Therapie-Erfahrung ein interessantes, aufschlussreiches und – hoffentlich - hilfreiches Buch.

momente der klarheit buch

Jackie Thomae
Momente der Klarheit
Hanser
287 Seiten
Euro 19,90

Ein ernüchternd komisches, unsentimental trauriges, treffend hellsichtiges und ganz und gar gelungenes Buch über moderne Zeitgenossen hat die Journalistin Jackie Thomae hier geschrieben! Die Menschen tragen alle ihre Verletzungen, die das Leben so mit sich bringt. Thomaes Buch ist wunderbar – und sehr witzig!
Auf dem Cover zu lesen: „Es gibt ihn vermutlich, den magischen Augenblick, in dem die Liebe beginnt.
Von ihm handelt diese Geschichte nicht."

warten

Gillian Flynn
GONE GIRL
Fischer
576 Seiten
Euro 9,99

Zum ersten Mal eine Krimi-Empfehlung: Angesichts meines nur mäßigen Mitgehens beim Nr.-1-Bestseller aus England und den USA - „Girl on the Train“ – wurde mir klar, um wie viel raffinierter, abgründiger und auch feiner sich der Psychothriller „Gone Girl“ präsentierte, den ich zuvor gelesen hatte. „Gone Girl“ erzählt die Ehe von Nick und Amy, beginnend mit dem 5. Hochzeitstag; hier verschwindet Amy spurlos, das Wohnzimmer ist verwüstet. Nick ruft die Polizei und versucht verzweifelt, seine Frau wiederzufinden – dabei gerät er selbst in das Visier der Polizei: hat er seine Frau umgebracht? Ich kenne kein Psychogramm einer Ehe, in dem so fies-brillant manipuliert wird wie in „Gone Girl“; auch beeindruckte mich, wie Gillian Flynn mit ihrem Roman Konzepte wie die Ehe und die traditionelle Frauenrolle in Frage stellt.

warten

Arno Geiger
Alles über Sally
DTV
363 Seiten
Euro 9,90

Sally, über die wir in diesem neuesten Buch von Arno Geiger „alles“ erfahren sollen, ist seit 30 Jahren mit dem einige Jahre älteren Alfred verheiratet, hat drei mehr oder weniger erwachsene Kinder und ist immer noch voller Energie und Lust auf Leben. Alfred liebt das Bewahren, hängt am Vertrauten und ist ein hartnäckig und geduldig Liebender. Eigenschaften, die aus der Perspektive Sallys sich in ihrer Lebensungeduld zu bündeln scheinen in dem Stützstrumpf, von dem Alfred sich nicht trennen mag. Sie verliebt sich in den gemeinsamen Freund Erik, hat eine – und es ist nicht ihre erste – Affäre mit ihm. Alfred leidet, duldet und liebt gegen seine Enttäuschung an – und behält am Ende doch recht. Arno Geiger erzählt diese fast schon banale Geschichte mit so viel feiner Beobachtungsgabe, mit so viel Einfühlung und Verständnis für seine Protagonisten, mit so viel sprachlicher Brillanz, dass ihm hier ein bemerkenswertes und kluges Buch über die Geduld in der Liebe gelungen ist.

warten

Friederike Gräff
Warten - Erkundungen eines ungeliebten Zustands
Christoph Links Verlag GmbH
192 Seiten
Euro 14,90

Der Ruf des Wartens ist auf den Hund gekommen. Es ist ein Zustand, der literarisch verklärt wird, den wir praktisch jedoch scheuen wie die Pest. Dabei lohnt er eine genauere Betrachtung: wer warum warten muss, sagt viel aus über die Verfasstheit einer Gesellschaft. Die verwitweten Baronessen im alten Frankreich mussten auf dem Bett liegend das Ende der Trauerzeit abwarten, die hungernden Russen unter Stalin taten so, als gingen sie spazieren, weil es verboten war, vor Geschäften zu warten. Heute warten Flüchtlinge auf die Anerkennung – und werden krank darüber. Jedes Warten hat seine Geschichte. Friederike Gräff hat für dieses Buch unter anderem mit Häftlingen, Schwangeren und einer Partnervermittlerin ( -> das war ich: Ulrike Grave :-) ) gesprochen, sie ist in die Vergangenheit des Wartens hinabgestiegen und in einer schnelllebigen Gegenwart angekommen, die seine Vorzüge aus den Augen verloren hat. Ein sehr liebevoll gestaltetes kleines, feinsinniges Büchlein, finde ich!

maenner sind frauensache

Shaunti Feldhahn
Männer sind Frauensache
GerthMedien
160 Seiten
Euro 13,95

Heute möchte ich den Tipp einer Klientin umsetzen; sie schrieb: „Sie haben ja eine klasse Literaturliste auf Ihrer Homepage eingestellt! Durch meinen Job habe ich mich viel mit dem Thema Unterschiedlichkeit von Männern und Frauen im Joballtag beschäftigt, dabei bin ich auf zwei Bücher gestoßen, die für Sie vielleicht auch interessant sein könnten: „Männer sind Frauensache“ von Shaunti Feldhahn und „Frauen sind Männersache“ von Shaunti und Jeff Feldhahn. Auf Grundlage breit angelegter Interviews arbeiten die Autoren jeweils heraus, was Männer über Frauen wissen sollten und umgekehrt. Das Erste richtet sich ausschließlich an die Leserinnen, das Zweite an die Leser. Die Autoren sind Christen und beziehen die Bibel immer wieder mit ein, wie ich finde aber nicht aufdringlich, sondern integrierend und verständlich“.

frauen sind meannersache

Shaunti & Jeff Feldhahn
Frauen sind Männersache
GerthMedien
144 Seiten
Euro 13,95


Gretchen

einzlkind
GRETCHEN
Edition Tiamat
239 Seiten
Euro 18,00

Bis heute weiß niemand, wer sich hinter der Mystifikation einzlkind versteckt (ich tippe auf Roger Willemsen); vor drei Jahren erschien hinter diesem reizenden Pseudonym der ungemein skurrile Roman „Harold“. „Gretchen“ ist genau so großartig, nicht nur für Theaterfans. Wer eine überschießende Sprachphantasie und eine dreiste Boshaftigkeit mag, wer eine Schwäche für politisch Unkorrektes und Spaß an wilder Irreführung hat, den wird die mit ihrem Faible für teure Designermode 75-Jährige Prinzipalin - von einem Londoner Richter auf eine Insel bei Island zur Resozialisierung verbannt – mit ihrer schrägen, widerspenstigen und spitzzüngigen Art aufs Kurzweiligste amüsieren. Wie mich.
Ich freue mich schon jetzt auf das dritte einzlkind.

Was davor geschah

Markus Werner
Bis bald
Fischer tb
236 Seiten
Euro 9,99

Durch das Interview einer taz–Redakteurin und Stipendiatin der FU Berlin zum Thema „Warten“ mit mir (-> www.ich-und-du.de/medien.php) habe ich lange diesen Begriff und die damit verbundenen Gefühle umkreist und stieß dabei „rein zufällig“ auf das Taschenbuch von Markus Werner. „ BIS BALD ist für mich das schönste, klügste und komischste Buch der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur über die Kunst, aus lebensverlängernder Absicht zu warten“, schrieb Iso Camartin (Neue Zürcher Zeitung). Darf ich mich Ihnen anschließen, liebe Frau/lieber Herr Camartin? Und gern möchte ich noch hinzufügen, dass es mich einfach glücklich gemacht hat, durch das Lesen Anteil haben zu dürfen an Werners präziser, klarer und einfallsreicher Sprache.

Was davor geschah

Martin Mosebach
Was davor geschah
Hanser
329 Seiten, Euro 21,90

Gerade hatte mich Mosebachs doppelbödige Liebesgeschichte Der Mond und das Mädchen begeistert – da spricht schon alle Welt von seinem nächsten „Wunderbuch“: Was davor geschah. Es ist ein Roman über das Zerbrechen zweier Ehen; der jugendliche Erzähler lernt als Gast des Sohnes ein vermögendes Frankfurter Ehepaar kennen, das großen Eindruck auf ihn macht: „Hatte ich je zuvor ein vollkommeneres Ehepaar als Rosemarie und Bernward Hopsten gesehen?“ überlegt er. Im Lauf einiger Monate tauchen wir mit dem Erzähler in eine Welt dieser Hopstens ein, die zur Wirtschaftselite der Bundesrepublik zählen und erfahren nach und nach von ihren unerfüllten Wünschen und Träumen, ihren Ambitionen und ihrem Ehrgeiz - eine gleichermaßen böse und spannende Geschichte. Sie hält uns einen Spiegel vor, in dem wir uns gelegentlich verzückt, öfter aber erschrocken selbst erkennen. Sehr beeindruckend, sehr zu empfehlen!

Die Demütigung

Philipp Roth
Die Demütigung
Hanser
138 Seiten, Euro 15,90

Ein alternder, ehemals erfolgreicher Schauspieler, der nicht mehr spielen kann und von seiner Frau verlassen wird, verzweifelt. Bis er die lesbische Tochter seiner Jugendfreunde kennenlernt und mit ihr eine Affäre beginnt in der Hoffnung, durch eine einmalige erotische Erfahrung das Blatt seines Lebens wenden zu können. Doch die abenteuerliche Konstellation ist ein letztes Aufbäumen vor den wirklichen Abstürzen. Auf beklemmende Weise schonungslos realistisch erzählt.

Ostergeschichte

Robert Gernhardt
Ostergeschichte
Hörverlag
1 CD, 54 Min., Euro 10

Ist es denn zu fassen? Da sitzt man nichts ahnend in einer kleinen Bar im nächtlichen Rom, gerade um die Ecke des Vatikans, da gesellt sich ein freundlicher Herr dazu – grauhaarig, mit starkem polnischen Akzent – und behauptet von sich, er sei der Papst. Und freimütig plaudert er über Interna aus dem Allerheiligsten… Der 2006 verstorbene Lyriker und Humorist Robert Gernhardt erzählt diese aberwitzige Ostergeschichte (Neuauflage einer Produktion von 2003) über einen Rombesucher und einen Papst mit herrlicher Ironie. Viel Spaß!

Liebe: Ein unordentliches Gefühl

Richard David Precht
Liebe
Ein unordentliches Gefühl
Goldmann
320 Seiten, Euro 16,95

Hier kommt das unverzichtbare Buch für alle, die Ratgebern misstrauen, aber trotzdem endlich wissen wollen, was es mit der Liebe auf sich hat - denn: Unzählige Ratgeber sind über die Liebe geschrieben worden, in allen Facetten wurde das unordentliche Gefühl, das wir Liebe nennen, beleuchtet. Wir haben erfahren, wie wir unsere Liebe jung halten, wie wir weiterhin attraktiv bleiben, wie wir feurige Liebhaber und Liebhaberinnen werden und warum Männer nicht zuhören können. Hat es uns weitergeholfen? Nicht wirklich, denn in der Tat ist es nicht damit getan, das richtige Buch zu lesen, und alles wird gut. Warum dies so ist, erklärt Richard David Precht (1964 geboren) in seinem neuen Buch auf ebenso fundierte wie anschauliche Weise: Wie bereits in „Wer bin ich“ unternimmt er eine abenteuerliche Reise in die unterschiedlichsten Disziplinen der Wissenschaft und lotst den Leser dabei heiter und augenzwinkernd durch den Parcours der Liebe – an deren Unordentlichkeit wir uns am Ende wohl werden gewöhnen müssen…  

Die weiteren Aussichten

Robert Seethaler
Die weiteren Aussichten
Kein & Aber
320 Seiten, Euro 19,90

Inmitten der Provinzleere, am Rande einer kaum frequentierten Landstraße, führt Herbert Szevko gemeinsam mit seiner resoluten Mutter und unter Beobachtung des kleinen Zierfisches Georg eine alte Tankstelle. Eines Tages taucht im Hitzeflimmern der Straße eine lebenshungrige junge Frau auf. Sie heißt Hilde, spricht wenig, hat eine Stelle als Putzfrau im dörflichen Hallenbad und lächelt sich in Herberts Herz.  Das Leben auf der Tankstelle und der dörfliche Alltag geraten aus den Fugen. Herbert bricht von zu Hause auf, stürzt sich als Nichtschwimmer vom Fünfmeterbrett und dann hinein in einen verrückten Wirbel aus Stolz, Verzweiflung und etwas ihm bisher völlig Unbekanntem: Liebe.

Für seinen ersten Roman „Die Biene und der Kurt“ hat Seethaler den Debütpreis des Buddenbrook-Hauses gewonnen; als Drehbuchautor wurde er mehrfach ausgezeichnet. Mit diesem Roman gelingt ihm etwas Wunderbares: Am Ende mag man sich gar nicht verabschieden von den Figuren… 

Dr. Stefan Woinoff
Überlisten Sie Ihr Beuteschema -Warum
immer mehr Frauen keinen Partner finden
und was sie dagegen tun können
Mosaik bei Goldmann
230 Seiten, Euro 14,95


Immer mehr erfolgreiche und attraktive Frauen finden einfach nicht den passenden Partner, mit dem sie ihr Leben teilen und auch eine Familie gründen können.

Dr. Stefan Woinoff deckt die Ursache dafür auf: das Beuteschema. Dieses archaische Verhaltensmuster lässt auch moderne, emanzipierte Frauen unbewusst nach dem überlegenen Ernährer und starken Beschützer Ausschau halten. Das Problem dabei: Je stärker sie selbst sind, desto weniger Männer stehen zur Auswahl. Vielleicht gibt es aber doch einen Ausweg aus diesem fatalen Partnerschaftsdilemma: Mit guten und einsichtigen Ratschlägen sowie praktischen Übungen regt Stefan Woinoff an, das eigene Beuteschema zu überdenken und sich auf das zu besinnen, was man wirklich von einem Partner und einer Partnerschaft erwartet. Denn zu ihrem persönlichen Glück benötigt die erfolgreiche Frau keinen reichen Ernährer mehr. Sie kann sich die Freiheit nehmen, ganz andere, spannendere oder exotischere Männer als Partner zu wählen....
 

Antje Ravic Strubel
Kältere Schichten der Luft
S. Fischer Verlag
189 Seiten, € 17.90

Heute ist die Rezension geklaut von Denis Scheck - ausnahmsweise, denn: schöner kann man nicht schwärmen...
 
"Einen betörenden, aber an keiner Stelle kitschigen Liebesroman möchte ich Ihnen vorstellen - schlicht die durchgeknallteste, aber auch faszinierendste Love Story, die ich seit langem gelesen habe. Schauplatz ist ein Sommercamp für junge deutsche Urlauber in Schweden, denen für kleine Münze die Begegnung mit der unberührten Natur versprochen wird.
 
Das Unberührte, Jungfräuliche, auch sexuell für alles Offene ist das Thema dieses Romans. Strubel erzählt darin von der Liebe zwischen zwei Frauen - und doch ist es streng genommen keine lesbische Liebesgeschichte. Genau das hat mit der erkenntnisstiftenden Lust zu tun, die dieses Buch bereitet.
 
Im schwedischen Sommercamp, das sich auf Kanufahrten für Jugendliche spezialisiert hat, lernt die Betreuerin Anja eine geheimnisvolle, elfenhafte Frau kennen. Dieses quecksilbrig-irrlichternde Wesen namens Siri verjüngt Anja, führt sie in einem magischen Redestrom zurück an die Schwelle zum Erwachsenwerden, ins Teenageralter, wo alle Türen offen stehen, inklusive der geschlechtlichen Option: aus Anja wird ein Junge namens Schmoll und Siris Geliebter.
 
Das ist eine Verwandlung, wie sie nur große Literatur glaubhaft zu schildern vermag. So aufregend anders wurde lange nicht mehr von der Liebe erzählt: cool, und doch romantisch, ein Buch, das lange in einem nachhallt, einfach weil es alles in Frage stellt, was man über Mann und Frau und die Liebe zu wissen glaubte.
 
Also vertrauen Sie mir, ich weiß, was ich tue, und lesen Sie Kältere Schichten der Luft von Antje Ravic Strubel."
 


Wolfgang Hantel-Quitmann
Liebesaffären - Zur Psychologie leidenschaftlicher Beziehungen
232 Seiten, € 19,90


In einem wirklich interessanten und gut zu lesenden Buch hat der Psychoanalytiker
Hantel-Quitmann versucht, die "Psychologie leidenschaftlich Verliebter" darzustellen (und das auf eher literarische als auf psychologische Weise).

Aus dem Inhalt (unter anderem): Liebessehnsucht - Liebesaffären zwischen Schicksal und Schuld - Die große Liebe - Liebesaffären und sexuelle Leidenschaften - Der Verführer - Die Liebesaffären der Frauen ...

Hantel-Quitmann entwickelt an Beispielen aus seiner paartherapeutischen Praxis, großen Werken der Weltliteratur und den Liebesaffären berühmter Paare eine Psychologie der Liebesaffären - für alle, sie sich aus literarischem, psychologischem, rein menschlichem oder gar privatem Interesse mit dem Thema beschäftigen - bevor die nächste Liebesaffäre als Ende aller Liebe, moralisch verwerflich oder schicksalhaft missdeutet werden könnte ...




Bernhard Ludwig
Anleitung zur sexuellen Unzufriedenheit
79 Seiten, € 14,95


Wie wird man sexuell unzufrieden? Indem man seine Erwartungen möglichst hoch schraubt - oder auch: Sexuelle Unzufriedenheit bemisst sich aus dem Verhältnis Erwartetes dividiert durch Erreichtes. Was die Männer so im Sexuellen erwarten und was sie erreichen, ist also ein Bruch, dessen Nenner gern größer als der Zähler ist. Was Frauen erwarten, ist schlicht: mehr. Mehr zum Geburtstag, mehr zu Weihnachten und mehr Abfindung bei der Scheidung, aber auch mehr in der Partnerwahl, als die Evolution für sie vorgesehen hat. Dumm gelaufen, Wie dumm genau, erfährt man gnadenlos im Kapitel "Das Drama der begabten Frau", die sich auf der Suche nach dem richtigen Partner mit einem Underdog beschieden hat und ihn fortan in einer Art zweiten Bildungsweg zum Gesamtkunstwerk, Alphamännchen oder Prinzen weiterbilden muss. Was ja leicht schief geht, denn die Chancen der postamourösen Fortbildung sind im wirklichen Leben gleich null ...

Basierend auf einem der erfolgreichsten Kabarettprogramme Europas ist dieser Comic das beste Geschenk für sexuell Unzufriedene, also für die meisten Menschen: alle Probleme lassen sich mit diesem Buch einfach weglachen!




Hauke Brost
Wie Männer ticken
Schwarzkopf & Schwarzkopf
250 Seiten, € 10,00


Hauke Brost, 56, Kolumnist, hat sich aufgemacht, den Mann zu ergründen. 135 Fragen von Frauen zum Thema "Mann" hat er gesammelt - und von Männern beantworten lassen.

Mit selbstironischem Blick enthüllt er die ganze Wahrheit über die männliche Spezies und gewährt interessante Einblicke in die Männerwelt: Warum hat er plötzlich weniger Lust auf Sex als früher? Wie oft sollte ich mit ihm schlafen? Warum vergessen Männer alles, was man ihnen erzählt? Gehört er im Job zu den Guten oder zu den Luschen? Was verschweigt er mir?

Hauke Brost offenbart uns in diesem Buch die männliche Charakter- und Gefühlswelt - eine unverzichtbare Lektüre, und nicht nur für Frauen ein absolutes Lesevergnügen: witzig, treffend, kurzweilig, aufklärerisch und erhellend!




Francois Lelord & Christophe André,
Die Kunst der Selbstachtung
Kiepenheuer, 320 Seiten, € 15,90


Hand aufs Herz - können Sie sich selber leiden? Mit all Ihren Schwächen? Lässt eine innere Stimme Sie immer wieder an Ihrem Können zweifeln - oder meinen Sie vielleicht, dass Ihnen keiner das Wasser reichen kann? Selbst Berühmtheiten wie Darwin oder Kafka litten unter erheblichen Selbstzweifeln. Von anderen akzeptiert zu werden und auch mal meutern zu können - das ersehnen sich Menschen mit geringem Selbstvertrauen. Andererseits kann ein stark ausgeprägtes Selbstbewußtsein zum Bumerang werden: man neigt beispielsweise dazu, Konkurrenzsituationen zu unterschätzen. Die Autoren geben eine Fülle von Ratschlägen, wie man es anstellt, sich mit genügend Selbstachtung gegen Angriffe von innen und außen zu wappnen. Anekdoten, eine Prise Theorie und ein leichtes Augenzwinkern helfen dabei, die richtige Balance zum Glücklichsein zu finden. Ein klares, intelligentes und pragmatisches Buch zu einem Thema, das viele angeht.

Über die Autoren:
Der Psychologe Francois Lelord, geb. 1953, schloss 1996 seine Praxis, um sich und seinen Lesern die wirklich großen Fragen des Lebens zu beantworten. "Hectors Reise oder Die Suche nach dem Glück" wurde ein internationaler Erfolg und stand wochenlang ganz oben auf der Bestsellerliste.
Christophe André, geb. 1956, studierte Medizin und Psychologie und arbeitete nach seiner Promotion als Psychologe. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher zu psychologischen Themen.




Eva-Maria Zurhorst, Liebe dich selbst
und es ist egal, wen du heiratest
Goldmann Arkana, 380 Seiten, € 17,00


Die Beziehung, die Sie gerade haben, ist die beste, die Sie kriegen können - machen Sie etwas daraus!

Wir haben uns heute so auf Konsum und Wegwerfen eingestellt, dass das Grundmuster der Ersetzbarkeit inzwischen auch unsere Partnerschaften prägt. Fast die Hälfte aller Ehen wird wieder geschieden, und zweimal oder öfter zu heiraten, ist heute nicht mehr ungewöhnlich. Der Wunsch, stets das Beste für sich zu wollen, wird meist begleitet von der Illusion, das Beste müsse auch mühelos zu bekommen sein: The easy way! Und wenn es die eine Partnerschaft nicht gebracht hat, dann vielleicht die nächste. Anhand zahlreicher Beispiele aus ihrer Praxis macht die Autorin deutlich, woran es hakt, wenn vom Anfangsglück einer Partnerschaft nicht mehr viel übrig bleibt außer Enttäuschung, Ärger und Frust.

Über die Autorin:
Eva-Maria Zurhorst war ursprünglich als Journalistin für Printmedien und Hörfunk tätig. Später wurde sie Kommunikationsberaterin und wechselte in die Wirtschaft. Nach einer Zusatzausbildung zur Psychotherapeutin arbeitet sie heute als Beziehungs- und Karrierecoach mit Unternehmern, Managern und Paaren. Eva-Maria Zurhorst lebt mit ihrer Tochter und ihrem Mann in Wuppertal.




Horst Janssen, "Ach, Liebste, flieg mir nicht weg" Briefe an Gesche,
herausgegeben von Gesche Tietjens
Rowohlt, 250 Seiten, € 22,95


"Allein bin ich gut. Zu zweit bin ich eine Katastrophe. Ich kann nicht allein sein."

1968 lernen sich Horst Janssen und Gesche Tietjens anlässlich einer Ausstellung in Hamburg kennen. Bald darauf sind sie ein Paar, und Janssen beginnt, ihr zu schreiben. Gesche war für ihn der erste Mensch, "der sozusagen immer einen winzigen Schritt zu dem Motiv vorausging", zu dem er "eigentlich" wollte. Seine in scheinbar schwerelosem Stil gehaltenen Briefe an sie werden hier erstmals veröffentlicht. Sie sind poetisch, verspielt, zärtlich, geistreich, exzentrisch, mitunter kauzig - und spiegeln somit Janssens Charakter. Gemeinsam mit den zahlreichen Zeichnungen und unbekannten Fotos geben sie das außergewöhnliche Bild einer außergewöhnlichen Beziehung.

Zur Herausgeberin:
Gesche Tietjens, am 3. April 1943 in Hamburg geboren. Aufgewachsen im ländlichen Teil von Blankenese. Kunstschule, Reisen (Paris, Florenz, Athen), zwei Jahre Gebrauchsgrafik in Berlin. Rund vier Jahre Fusion mit Janssen. Seit 1973 in "lieblicher Entfernung zu sich selbst" auf dem Lande lebend. Vielfältige künstlerische Projekte. Zwei Kinder, drei Enkel.



Peter Handke, Don Juan (erzählt von ihm selbst)
Suhrkamp, 160 Seiten, € 16,80


"Ein Blick, der glücklich macht." Iris Radisch, Die Zeit

"In diesem Buch des Übermuts entsteigt Don Juan quicklebendig dem Jungbrunnen der alten Epik." Lothar Müller, Süddeutsche Zeitung

"Schon auf den ersten Seiten ist man umfangen von jenem sicheren, knappen, traumverlorenen Ton, der uns vertraut ist aus Handkes besten Büchern." Ina Hartwig, Frankfurter Rundschau

"Das ist Handke-Land, wie es heute kein anderer Autor zu erfassen und zu schreiben vermag, ein Tableau, in den Motiven und Einzelheiten gelockert, moderne und bis zum Erschrecken genaue Romantik." Martin Meyer, Neue Zürcher Zeitung

Über den Autor:
Handke, Peter, * 6. 12. 1942 Griffen (Kärnten), Schriftsteller und Übersetzer, auch Filmautor und -regisseur. Brach das Jurastudium in Graz (1961-65) ab, als er erste literarische Erfolge ("Die Hornissen", 1966) erzielte. Nach wechselnden Wohnsitzen in Österreich, Deutschland, Frankreich und den USA (1978/79) lebte Handke 1979-88 in Salzburg, seither wieder in Frankreich und Salzburg.



Ralf Rothmann, Junges Licht
Suhrkamp, 240 Seiten, € 19,80


Eigentlich ist alles ganz einfach in diesem Buch. Eine schlichte Geschichte wird erzählt, penibel und naturalistisch. Die Menschen sprechen ein krudes Ruhrpott-Deutsch. Julian, der Junge im Mittelpunkt, noch zwölf, gefangen in der Langeweile ereignisloser Ferientage. Um plötzlich hineingezogen zu werden in die Welt der Älteren. Die ist brutal. Sie birst vor unterdrückten Aggressionen, unerfüllten Wünschen, ausgehungerter Sexualität. Da haben wir die Mutter, die im Unterrock die Küche regiert. Marusha, die Lolita, eine frühreife Versuchung. Mittendrin der Vater, anrührend in seiner Hilflosigkeit. Die Mischung der Charaktere erzeugt Spannung und den Sog von Schlingpflanzen: je mehr du dich darauf einlässt, umso geringer wird die Chance zu entkommen. Dabei ist es fast nebensächlich, dass es sich bei dem Roman Junges Licht um große Literatur handelt. Die, o Wunder, fliegt aber nicht elitär über die Köpfe hinweg, sondern erschließt sich jedem, der mit dem Herzen liest. Rothmanns Figuren sind keine Helden, stattdessen Nobodys, gefesselt in Sprachlosigkeit. Die ungestümen Gefühle, die sie umtreiben, führen zur Tragödie - es fehlt die Stärke, den fahrenden Zug anzuhalten. Das "junge Licht" wird nicht ausgeblasen, es flackert nur. Julian kommt zu der Erkenntnis: "Wenn du dich für die Freiheit entschieden hast, kann dir gar nichts passieren. Nie."

Über den Autor:
Ralf Rothmann, 1953 in Schleswig geboren, aufgewachsen im Ruhrgebiet, lebt seit 1976 in Berlin. Für Junges Licht erhielt er den mit
25 000 Euro dotierten Wilhelm-Raabe-Literaturpreis, eine von der Stadt Braunschweig gemeinsam mit DeutschlandRadio vergebene Auszeichnung.



Dr. Uwe Böschemeyer, Worauf es ankommt
Verlag Piper, € 22,90


Werte, die wichtig sind für ein glückliches Leben.

Immer mehr Menschen erfahren heute ein Leben ohne Werte und ohne Sinn. Dagegen hat der Psychotherapeut Uwe Böschemeyer, ein Schüler Viktor E. Frankls, das Konzept der "wertorientierten Persönlichkeitsbildung" entwickelt. Anhand aktueller Lebensthemen wie der Verantwortung der Eltern, dem Glück, dem Selbstvertrauen, der Lebensangst, dem Verlassensein oder dem Alter zeigt er, wie wichtig Werte für ein geglücktes Leben sind. Mit seinem Konzept arbeitet er seit Jahren erfolgreich. Durch sein Buch spricht er Menschen an, die sich in einer Sinnkrise befinden und dadurch Gefahr laufen, an Körper und Seele zu erkranken.

Über den Autor
Uwe Böschemeyer, geboren 1939 in Oranienburg, Theologe und Psychotherapeut. Ausbildung bei Viktor E. Frankl. Er leitet das "Hamburger Institut für Existenzanalyse und Logotherapie" und ist Professor an der Europäischen Psychotherapie Akadamie Wien. Autor zahlreicher Bücher. Bei Piper: "Das Leben meint uns".



Alain de Botton, Trost der Philosophie
Fischer TB, 320 Seiten, € 9,90


"Das Leben ist eine mißliche Sache, ich habe mir vorgesetzt, es damit hinzubringen, über dasselbe nachzudenken", beschloss Arthur Schopenhauer bereits in jungen Jahren. Alain de Bottons neues Buch versucht sich an der Frage: Kann das Nachdenken solch eingefleischter Pessimisten wie Schopenhauer Menschen Trost spenden, die sich in einer "misslichen" Lage befinden und an sich oder am Leben zweifeln?

Über den Autor
Alain de Botton versucht, anhand der Philosophie und Lebensgeschichte einiger bekannter Philosophen (Sokrates, Epikur u.a.) so etwas wie einen praktischen, tröstenden Zweck der Philosophie vor Augen zu führen, was er mit angenehmer Sprache und verständlichen Schlüssen tut.



Rainer Maria Rilke, Briefe an eine junge Frau
Insel Verlag, 110 Seiten, € 8,80


Die Briefe an eine junge Frau sind lange nicht so bekannt wie manch anderer Text des produktiven Dichters Rainer Maria Rilke, aber sie sind durchaus lesenswert und nicht nur für Leute, die sich mit Rilke beschäftigen (müssen), sondern auch zum Beispiel für unglücklich Verliebte oder solche, die eine etwas geschwungene, poetische Sprache auf der Zunge spüren wie eine gute Praline... Wer die "junge Frau" war, ist nicht mit Bestimmtheit zu sagen, aber darum geht es auch nicht. Die Briefe Rilkes sind in diesem Insel-Bändchen so herausgegeben, daß sie eine Art eigenständiges kleines Werk darstellen. Sie könnten auch fiktiv sein, die Briefe, zu denen man die Antwort nicht kennt. Die Dialogstruktur schimmert trotzdem durch die jeweiligen Antworten hindurch und läßt die Texte nicht wie ein halb mitgehörtes Gespräch wirken, sondern auf ihre Art vollständig. Der erste Brief macht klar: Die Frau hat Rilke unbekannterweise geschrieben, einfach, weil sie sich mit dem, was er für sie durch seine Werke verkörpert, verbunden fühlt und Kontakt sucht; und er erklärt sich bereit, dieses Vertrauen zu erwidern und aufzunehmen. Das ist der Anfang. Es folgen Betrachtungen über das Leben in Einsamkeit und über die Liebe, über die Beziehungen zwischen Männern und Frauen, die Folgen des Ersten Weltkrieges. Rilke verkörpert hier den Typus des einfühlenden, platonisch liebenden Helden, der sich um die Frau sorgt, die sich ihm anvertraute, der sie mit schönen und traurigen Worten umspielt und selbst einer der einsamsten Menschen auf der Welt ist.

Über den Autor
Rilke (1875-1926) , der Prager Beamtensohn, wurde nach einer erzwungenen Militärerziehung 1896 Student, zuerst in Prag, dann in München und Berlin, weniger studierend als dichtend. Die kurze Ehe mit der Bildhauerin Clara Westhoff in Worpswede löste er 1902 auf. Er bereiste darauf Italien, Skandinavien und Frankreich. In Paris schloß er Bekanntschaft mit Rodin und wurde dessen Privatsekretär. Bereits nach acht Monaten kam es zum Bruch. Es folgten unstete Jahre des Reisens mit Stationen in verschiedenen Städten Europas. Nach seinem Entschluß zur Berufslosigkeit und zu einem reinen Dichterdasein war Rilke zu jedem Verzicht bereit, wenn es dem Werk galt. Er opferte sein kurzes Leben seiner Kunst und gewann Unsterblichkeit.
Im Ersten Weltkrieg war er zur österreichischen Armee eingezogen, wurde aber seiner kränklichen Konstitution wegen in das Wiener Kriegsarchiv versetzt. Rilke starb nach langer Krankheit in Val Mont bei Montreux.



Jeffrey Eugenides, Middlesex
Rowohlt Verlag, 816 Seiten, € 24.90


Ähnlich wie bei Franzen geht es um Familienbande, Generationenkonflikte, um amerikanische Träume und Albträume. Außerdem ist Middlesex ein Roman über ethnische Identität und kulturelle Prägungen.
In einem griechischen Bergdorf am Hang des kleinasiatischen Olymp fing alles an. Ein junger Mann und eine junge Frau, die Geschwister Eleutherios und Desdemona Stephanides, fliehen vor den Türken nach Smyrna und, als die Stadt brennt, weiter nach Amerika. Es ist das Jahr 1922. Auf dem Schiff, weit weg von allem, erschaffen sie sich als einander Unbekannte neu: Sie heiraten, verbringen ihre erste gemeinsame Nacht in einem Rettungsboot.Nachdem die Familie sich im Detroit der Nachkriegszeit schlecht und recht durchgeschlagen hat, gerät sie ausgerechnet durch den "Krieg in meiner Heimatstadt" - die blutigen Rassenunruhen Ende der 1960er-Jahre - über Nacht auf die Sonnenseite.

Über den Autor
Jeffrey Eugenides wurde 1960 in Detroit / Michigan geboren und lebt heute mit Frau und Tochter in Berlin, wohin ihn Stipendien des DAAD und der American Academy gelockt haben. Sein Debütroman "The Virgin Suicides" (dt. "Die Selbstmord-Schwestern") erregte weltweit Aufsehen und wurde im Jahr 2000 von Sofia Coppola verfilmt. Wie Jonathan Franzen rechneten ihn Kritiker in der Zeitschrift The New Yorker unter die "Twenty Writers for the 21st Century" und in der Zeitschrift Granta unter die "Best Young American Novelists"



Margaret Mazzantini, Geh nicht fort
Frankfurter Verlagsanstalt, 318 Seiten, € 22.90


Margaret Mazzantini hat mit "Geh nicht fort" einen in Italien sehr erfolgreichen Roman geschrieben. Ein packendes Buch über die Intimität eines Mannes, die mitreißende Geschichte einer großen aufrichtigen, schicksalhaft verlaufenden verbotenen Liebe.
Als Angela, die 15jährige Tochter des erfolgreichen Chirurgen Timoteo, mit ihrem Motorroller einen Unfall erleidet und bewußtlos mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert wird, gerät Timoteos Welt ins Wanken. Während er unter Schock vor der Tür des Operationssaals wartet, in dem Kollegen um das Leben seiner Tochter kämpfen, überschlagen sich seine Gedanken. Timoteo geht mit sich ins Gericht, legt Rechenschaft ab, Rechenschaft über eine leidenschaftliche verbotene Liebe zu einer Frau, die nicht Angelas Mutter ist. Verzweifelt auf die erlösende Nachricht wartend, daß seine Tochter am Leben bleiben wird, entblößt er eine dunkle Seite seiner Seele, die Wahrheit über sich, die er bislang unterdrückt hatte. "Geh nicht fort" ist die überzeugende, einfühlsam geschriebene Geschichte einer großen geheimen Leidenschaft. Ein schonungslos offener, packender Roman über die tiefsten Gefühle, über die Intimität eines Mannes, über etwas, das dieser "Mann von Welt" unausgesprochen, ungedacht, ungelebt läßt. Margaret Mazzantini seziert die männliche Seele und trifft den Leser mitten "ins Herz".

Über den Autor
Margaret Mazzantini, 1961 in Dublin geboren, wuchs in Irland und in der Toskana auf. Ihre Karriere begann sie als Schauspielerin auf der Bühne: 1984 wurde sie in Italien als "Beste Schauspielerin des Jahres" ausgezeichnet. Als Schriftstellerin begeisterte sie vor allem mit ihrem sensationellen Debütroman "Die Zinkwanne" (FVA 1996). Margaret Mazzantini lebt heute in Rom. Sie ist mit dem bekannten italienischen Filmschauspieler und Regisseur Sergio Castellito verheiratet und hat drei Kinder.



Michel Faber, Das karmesinrote Blütenblatt
List Verlag, 1056 Seiten, € 24.90


Sie ist berühmt für die geheimnisvolle Kraft ihrer Erotik und zugleich den Gesetzen ihres Gewerbes unterworfen. Bis sie auf den Mann trifft, der ihr so sehr verfällt, dass er ihr fast zum Verhängnis wird. Das karmesinrote Blütenblatt erzählt die ungewöhnliche Geschichte von Fall und Aufstieg von Sugar, einer jungen Prostituierten, die letztlich zu einer ganz eigenen Art von Freiheit findet. Ein erotischer Roman, der meisterhaft mit den Mitteln der erzählerischen Verführung spielt.

London 1874. Das viktorianische Zeitalter steht in voller Blüte, als William Rackham, glückloser und zu Müßiggang neigender Erbe eines Parfümimperiums, auf Sugar trifft. Es ist eine Begegnung, die beider Leben ändern soll. Im Alter von nur 13 Jahren von ihrer Mutter zur Prostitution gezwungen, teilt Sugar das Schicksal der anderen Huren der Stadt. Und doch strahlt sie etwas aus, das sie über die anderen erhebt und ihr den Luxus erlaubt, mit nur einem Liebhaber am Tag ihr Auskommen zu finden. Auch William Rackham verfällt nicht nur ihren - wahrhaft meisterlichen - erotischen Künsten, sondern vor allem ihrer Fähigkeit, mit ihm über Literatur und die Empfindlichkeiten seiner Seele zu parlieren. Mit ihr wendet sich sein Schicksal, denn um sie erobern zu können, wird er schon bald zu einem der erfolgreichsten Unternehmer der Stadt. Und Sugar hat teil an seinem sozialen Aufstieg - bis sie erkennen muss, dass das bürgerliche Leben, in dessen Sog sie zunehmend gerät, ihr als Frau größere Fesseln anlegt, als sie es sich in ihrer früheren Existenz je hätte träumen lassen.Das karmesinrote Blütenblatt ist ein sinnlicher und zugleich höchst moderner Roman - vor allem aber eine unvergessliche Geschichte um die Hoffnungen und Täuschungen der Liebe.

Über den Autor
Michel Faber wurde 1959 in Holland geboren, zog im Alter von sieben Jahren mit seinen Eltern nach Australien und lebt heute mit seiner Frau Eva Youren und deren beiden Söhnen in einem umgebauten Bahnhof im schottischen Hochland. Er hat bislang einen Roman, zwei Novellen und einen Erzählungsband veröffentlicht, für die er von der literarischen Kritik gefeiert wurde. Mit Das karmesinrote Blütenblatt, das in den USA, Kanada und Australien zum Bestseller wurde, gelang ihm der literarische Durchbruch.



Monika Maron, Endmoränen
S. Fischer Verlag, 252 Seiten, € 19.90


Das Ende des Sommers, lange als Zumutung empfunden, erlebt Johanna seit einigen Jahren als Erleichterung. Die Hoffnung, mit der Zeitenwende das wirkliche Leben erst zu beginnen, ist dem Gefühl gewichen, nichts zu können, was die veränderte Welt braucht. Früher hat sie geheime Botschaften in ihren Vor- und Nachworten und in überliefernswerten Biografien versteckt, eine plötzlich überflüssige Fähigkeit, wie auch die weltabgewandte Charakterfestigkeit von Achim, ihrem Mann, eine überflüssige Tugend geworden ist. Auf dem Land, in einer nordöstlichen Endmoränenlandschaft, versucht sie, gleichsam in einem Panoramablick, ihre biografischen Standort zu bestimmen, rückblickend, vergleichend und ratlos, was die vor ihr liegende Zeit angeht.Johannas entschlossene und lebenskluge Freundin Elli benutzt das Wort Glück seit langem nur in seinen trivialen Zusammenhängen. Die erfolgreiche Malerin und Erbin eines Verwalterhauses Karoline Winter, vor jeder Flugreise in Todesangst, verzweifelt am Verfassen ihres Testaments, weil sie keine Erben hat. Christian, der alte Freund aus München, Lektor in einem Wissenschaftsverlag, erlebt den Sturz in die Bedeutungslosigkeit. Die Lebensentwürfe aller scheinen erschöpft, und die Zeit vor ihnen ist noch lang.



Hans Pleschinski, Bildnis eines Unsichtbaren
Carl Hanser Verlag, 270 Seiten, € 19.90


Ein Münchner Galerist und sein langjähriger Lebensgefährte erleben Jahre bewegter Liebe und künstlerischen Austauschs, Jahre der Trauer um die Sterbenden und Angst vor dem eigenen Tod. Der Roman zeichnet im Rückblick ein Bild der neuen Boheme am Ende des 20. Jahrhunderts - es ist zugleich ein zeitloses Buch über Glücksmomente und unbändige Lebensfreude.

Hans Pleschinski wurde einem breiten Publikum vor allem durch die Herausgabe und hervorragende Übersetzung der Briefe Madame de Pompadours bekannt.
Sein neues Buch "Bildnis eines Unsichtbaren" ist ganz anders. Es ist ein sehr persönlicher, autobiografischer Roman, in dem Pleschinski die Zeit der Freundschaft mit Volker Kinnius beschreibt. Über dreiundzwanzig Jahre lebten die beiden Männer in einer sehr engen Beziehung zusammen, die weit über das Sexuelle hinausging. Der Titel erweist sich als Wegweiser, Volker ist der heute Unsichtbare, denn er ist tot. Gestorben an den Folgen von Aids und einer Krebserkrankung. Pleschinski setzt mit der Beschreibung der Jahre, die sie zusammen verbracht haben, dem verstorbenen Freund ein wunderbares Denkmal, wortgewandt, sprachgewaltig und in einem überaus eleganten Stil.
Gleichzeitig entsteht so ein sehr farbiges Bild des Lebens als Boheme, denn Volker hat sich als Galerist nie gesellschaftlichen Erfordernissen angepasst. Beide Männer leben zu Beginn ihrer Freundschaft für die schönen Künste, Malerei, Musik, Theater, Literatur, das Schöne, das sind ihre Themen in lange, tagefüllenden Gesprächen. "Dann wieder wurde Sprache zur Unterfütterung der Welt, ihr wackeliges Gerüst, und die Malerei wieder zum Prisma, das Theater zum Spiegel der Regungen. Alle Künste im Wechselspiel, alle unersetzlich." Im Hintergrund entwirft Pleschinski ganz nebenbei auch eine sehr genaue politische und gesellschaftliche Geschichte Deutschlands vom Kriegsende bis zur Gegenwart. In das unbeschwerte Bohemeleben schlägt Aids wie eine Bombe ein. Viele Namen im Adressbuch sind in der Zwischenzeit gelöscht, die Krankheit hat erbarmungslos gewütet. Die Liebe zwischen Volker und Hans ist schwierig, Hans geht immer wieder wechselnde Beziehungen zu Frauen und Männern ein. "Meinen Fang mußte ich, nach sehr langem Zögern Volker vorführen. Ich wünschte, daß sich mein Lebensgefährte und mein Geliebter verstünden, einander und vor allem mich von beiden Seiten bereicherten." Eifersucht? Sie ist, auch wenn sie intellektuell bekämpft wird, unterschwellig immer vorhanden.



Sandor Marai, Wandlungen einer Ehe
Piper Verlag, 460 Seiten, € 19.90


Lüge und Leidenschaft, Sehnsucht und Vergänglichkeit - das neue Meisterwerk von Sandor Marai. "Für den Abend des Galadiners wählte ich eine reinseidene weiße Robe, legte die Blaufuchsstola um, steckte mir das Veilchensträußchen mit dem lila Band in den Ausschnitt – dem gleichen Band, wie ich es kürzlich in der Brieftasche meines Mannes gefunden hatte. Ich war so schön an jenem Abend, daß selbst er, mein Mann, es bemerkte, als er zufällig meinen Blick im Spiegel streifte. Lazar, der Schriftsteller geleitete mich in den festlich erleuchteten Wintergarten und sprach mich auf meine außergewöhnliche Ausstrahlung an: Sind Sie verliebt? Ja, antwortete ich. In meinen Mann. Und ich habe mir vorgenommen, ihn heute abend zurückzuerobern". Am Vorabend zum zweiten Weltkrieg stellen sich drei Menschen unterschiedlicher gesellschaftlicher Herkunft dieselben Fragen nach der Existenz echter Gefühle, nach emotionaler Nähe und kultureller Verwurzelung. Zugleich ist dieser Roman ein Abgesang auf die großbürgerliche mitteleuropäische Welt.



Michael Lukas Moeller, Wie die Liebe anfängt
Rowohlt Verlag, 219 Seiten, € 19.90


Die allerersten Minuten einer Liebe sind ein magischer Moment - was dabei im Einzelnen abläuft, welche Folgen und Hintergründe diese ersten Augenblicke einer Beziehung haben, erklärt anschaulich und mit vielen Beispielen dieses Buch.

In Sekunden unbewußter Kommunikation geschieht, was das Bewusstsein manchmal erst viel später erfasst: die Liebe auf den ersten Blick. Das ist schon Wunder genug. Denn wenn es zwischen zwei Menschen funkt, haben sich zwei Lebensgeschichten mit allen Grundeinstellungen und geheimen Empfindungen blitzartig für einen möglichen gemeinsamen Weg abgestimmt und völlig neu kombiniert. Noch bedeutender wird dieser magische Moment der ersten Minuten einer Verliebtheit, wenn eine Liebe und feste Beziehung entsteht. Denn dieser Akt der Begegnung ist es, der so gut wie alles entstehen lässt. Es bildet sich eine Lebenslange Beziehungsstruktur für das Paar, die über Glück und Unglück, über den Sinn des eigenen Lebens, über Kreativität oder Verschleiß, Gesundheit und Erkrankung entscheidet. Dieses Buch will helfen, einen persönlichen Zugang zum eigenen seelischen Werden und zu verborgenen Seiten der Paarbeziehung zu gewinnen.



Wolfgang Schömel: Die Schnecke
Verlag Klett-Cotta, 204 Seiten, € 17.00


Überwiegend neurotische Geschichten. Versuche einsamer Männer auf der Suche nach dem Glück zu zweit. Online- Redakteure, Architekten oder arbeitslose Philosophen sind die Helden dieser Geschichten. Gemeinsam haben sie, daß sie als Singles leben und nicht recht wissen, ob sie sich unglücklich fühlen oder nicht. Der Jagd nach dem Weibe gilt ihr ganzes Sinnen und Trachten.
Amüsant und mit lakonisch genauer Beobachtung seiner Zeitgenossen, beschreibt Wolfgang Schömel die verzweifelten Versuche einsamer Männer auf der Suche nach dem Glück zu zweit. Wer die Männer verstehen will, wird es lieben, wer nicht, auch.



Jürg Willi: Psychologie der Liebe
Verlag Klett-Cotta, 308 Seiten, € 19.00


Nichts stimmuliert die persönliche Entwicklung stärker als eine konstruktive Liebesbeziehung. Nichts schränkt die persönliche Entwicklung stärker ein und nichts verunsichert sie stärker als eine destruktive Liebesbeziehung. Der Mensch benötigt andere Menschen , allen voran den Liebespartner zur Entfaltung seines persönlichen Potentials.
Man darf heute wieder zugeben, daß man einen anderen Menschen braucht und daß man gebraucht werden will. Es gibt eine neue Sehnsucht nach Bindung, nach Nähe und Zärtlichkeit, nach stabiler Zweisamkeit. Alleinsein wird nur als Übergangsform akzeptiert, nicht aber als Lebensform. Ehe und Familie gelten wieder als ein Hort der Geborgenheit: dauerhafte Zweisamkeit als ein begehrtes Luxusgut.



Haruki Murakami, Gefährliche Geliebte
DuMont Verlag; 230 Seiten, € 19,80


Gefährliche Geliebte" ist die Geschichte eines Einzelgängers, der zerrissen ist zwischen dem Versuch, die normierte japanische Biografie nachzuleben, und seinem Wunsch nach individuellem Glück: Der Roman beginnt damit, dass Hajime sich als Zwölfjähriger mit seiner Schulkameradin Shimamoto anfreundet, weil beide Einzelkinder in einer Zwei-Kind-Gesellschaft sind. Sie hören die Schallplatten von Shimamotos Vater, eine Ouvertüre von Rossini, ein Klavierkonzert von Liszt, Weihnachtslieder von Bing Crosby. Und Nat King Coles "South of the Border, West of the Sun", was auch der Originaltitel des Romans ist.

Als Shimamoto auf eine andere Schule wechselt, versandet die Freundschaft. Hajime findet jedoch seine erste Freundin wieder und betrügt sie ausgerechnet mit deren Cousine. Diese Schuld trägt er durch die Jahre. Erst als er eine andere Frau kennen lernt, heiratet und Vater zweier Töchter wird, als er seinen tristen Job in einem Schulbuchverlag aufgibt und mit finanzieller Hilfe seines Schwiegervaters einen Jazzclub aufmacht, fällt diese Schwere von ihm ab. Jetzt lebt er so, wie alle es von ihm erwartet haben: geordnet und erfolgreich.

Bis eines Abends Shimamoto an der Bar sitzt und ihn tief in ihr inneres, unerklärtes Drama hineinzieht und herauszerrt aus der perfekt scheinenden Welt, die Hajime dem Vorbild der japanischen Zwei-Kind-Musterfamilie nachkonstruiert hat. Am Ende kehrt Hajime zurück in seine Ehe. Aber er wird für immer ein Fremder in seinem eigenen Leben sein. [Michael Bruns]



Karin Hertzer; Christine Wolfrum
Lexikon der Irrtümer über Männer und Frauen
Eichborn Verlag: 439 Seiten, € 22.50


Vorurteile, Missverständnisse und Halbwahrheiten von Autofahren bis Zuhören

Sind Frauen wirklich die besseren Menschen und Männer das starke Geschlecht?
Zu kaum einem Bereich des Lebens gibt es so viele Meinungen wie zum Thema Männer & Frauen. Und bei kaum einem anderen Bereich liegen wir so oft daneben. Vom Autofahren über Sex und Beziehungen bis hin zu Beruf und Gesundheit: Die Autorinnen Karin Hertzer und Christine Wolfrum konfrontieren die hartnäckigsten Vorurteile, Missverständnisse und Halbwahrheiten über geschlechtsspezifische Verhaltensweisen mit provozierenden und überraschenden Fakten aus Statistik, Verhaltensforschung und Wissenschaft. [Michael Bruns]



Alice Ferney, Liebende
DuMont Verlag; 302 Seiten, € 22.80


Es ist das Spiel der Verführung, das Pauline und Gilles miteinander spielen - es ist das maskenreiche Gespräch zwischen Mann und Frau, eine intime "conversation amoureuse", die Alice Ferney beschreibt: so sinnlich, so zart in der Sprache, so hautnah am Leben, wie nur eine Frau sie schreiben kann.
Pauline Arnoult ist eine junge, glücklich verheiratete Frau, die zum zweiten mal schwanger ist; Gilles Andre ist Mitte vierzig, steht kurz vor der Scheidung und flüchtet sich in zahlreiche Affären. Die erotische Kraft der Worte schlägt die beiden zunehmend in ihren Bann. Andere Paare treffen sich zur selben Zeit an anderem Ort, Freunde treffen sich zu einer Soiree. Magische Facetten eines alten Themas: "Ist man jemals sicher zu lieben?" [Michael Bruns]



Ingelore Ebberfeld, Küss mich
Ulrike Helmer Verlag; 251 Seiten, € 20.00


Eine unterhaltsame Geschichte der wollüstigen Küsse.

Wie es Menschen anderer Kulturen mit der Kusslust halten, wie in früheren Zeiten geküsst wurde, wen und wohin Frauen und Männer am liebsten küssen - Ingelore Ebberfeld kommentiert es augenzwinkernd und kenntnisreich. Und beantwortet gar die genial einfache und schwierige Frage, weshalb wir es überhaupt tun ... [Michael Bruns]



Annegret Braun, Ehe- und Partnerschaftsvorstellungen von 1948-1996
Waxmann Verlag; 173 Seiten, € 19,50


Eine kulturwissenschaftliche Analyse anhand von Heiratsinseraten.

Welche Erwartungen haben Frauen und Männer an eine Partnerschaft? Von welchen gesellschaftlichen Wertvorstellungen sind diese geprägt? Wie haben sich diese Werte seit dem Zweiten Weltkrieg verändert? Und wie ist das widersprüchlich erscheinende Phänomen zu erklären, dass in unserer heutigen Zeit des romantischen Liebesideals immer mehr Menschen auf eine Kontaktanzeige zurückgreifen?

Von diesen Fragen ausgehend, analysiert die Autorin Heiratsinserate aus den Jahren 1948 bis 1996 und setzt die Inhalte in ihren historischen Kontext, der Entwicklung von der Vernunftheirat zur Liebesheirat, die sich über das 19. und 20. Jahrhundert erstreckte. Der Schwerpunkt dieser empirischen Untersuchung liegt dabei auf dem Wandel des Geschlechterverhältnisses.



Der Placebo- Effekt, Selbstheilungskräfte unseres Körpers Howard Brody & Daralyn Brody
dtv Verlag, € 9,50


Gesund aus eigener Kraft.

Dieses Buch eröffnet ein radikal neues Verständnis für den machtvollen Einfluss des Geistes auf die Gesundheit. Es nimmt uns mit auf eine Reise in das psychisch- biologische Wunderwerk unseres Körpers und stellt die grundsätzlichen Faktoren vor, die für den positiven Verlauf einer Selbstheilung verantwortlich sind. Darauf basierend präsentiert es wirksame Methoden, um selbst bewussst einen Placebo- Effekt herbeizuführen und aktiv auf die eigene Gesundheit einzuwirken.



Mittendrin und nicht dabei,
Mit Depressionen leben lernen,
Ruedi Josuran, Verena Hoehne, Daniel Hell
Econ Verlag, € 8,95

Beide sind erfolgreich und stehen im öffentlichen Leben. Doch der Radiomoderator Ruedi Josuran und die Filmemacherin und Sprecherin Verena Hoehne leiden unter Depressionen. Der Briefwechsel zwischen den beiden, zeigt einfühlsam, wie Depressive empfinden. Und er macht deutlich, wie Angehörige und Freunde den Betroffenen zur Seite stehen können. Ein medizinischer Kommentar erläutert zudem therapeutische Möglichkeiten.